2005/06
1. Liederabend Winfrid Mikus, Michael Klubertanz, Klavier: Lieder von Strauss, Janácek, Tagebuch eines Verschollenen

2. Liederabend Wilfried Staber, Timothy Schwarz: Loewe-Balladen, Mussorgsky, Lieder und Tänze des Todes

3. Liederabend Maraile Lichdi, Annette Fischer-Lichdi: Brahms & Clara Schumann, Reimann, Strauss

 

Schlossfestspiele 2006

Concierto barroco: Alexander Schneider, Michael Form, Dirk Börner

Liederabend Eleonore Marguerre, Cornelius Meister

_____________________________________________________

2006/07
1. Liederabend Carolyn Frank, T. Schwarz: Debussy, Pizzetti, Brahms, Copland

2. Liederabend Sebastian Geyer, Markus Bellheim: Winterreise

3. Liederabend S. Schwarz, Urrutia, Meister: Wolf, Italienisches Liederbuch

4. Liederabend Aaron Judisch, T. Schwarz: Vaughn Williams, Mahler, Korngold, Eisler, Kern

5. Liederabend Larissa Krokhina, T. Schwarz: Russische Romanzen

6. Liederabend Vielstimmig: Krokhina, Kurucová, Lichdi, S. Schwarz, Judisch mit Ossian Quartett und Sascha Stinner, Klarinette

 

Schlossfestspiele 2007

Liederabend Ruth Ziesak, mit Gerold Huber, Klavier

Alexander Schneider: Geistliche Lieder des Barock, mit Stefan Maass, Gitarre

Gesang der Nachtigall (Lautten Compagney Berlin)

_____________________________________________________

2007/08
1. Liederabend Jana Kurucová, Joana Mallwitz: Dvorák, Brahms, Schönberg, Wagner und Strauss

2. Liederabend Winfrid Mikus, Klubertanz: Die schöne Müllerin

3. Liederabend Silke Schwarz, Mallwitz: Schumann, Eichendorff und opus 40, Grieg opus 48

4. Liederabend Sebastian Geyer, Meister: Winterreise

5. Liederabend Maraile Lichdi, Fischer-Lichdi: Lieder nach Texten schwäbischer Dichter

6. Liederabend Sebastian Geyer: Schumann, Beethoven, Strauss

7. Liederabend Gabriel Urrutia Benet, T. Schwarz: Wolf, Mörike-Lieder

8. Liederabend Emilio Pons, Schwarz: Lieder aus Spanien und Lateinamerika

 

Schlossfestspiele 2008

Lied & Lyrik I: Achmatowa! – Ortrun Wenkel, Konstantin Arro

Lied & Lyrik II: Hesse! – Mechthild Bach

Lied & Lyrik III: Barock! – Alexander Schneider, Ludger Rémy

_____________________________________________________

2008/09

1. Liederabend Gabriel Urrutia Benet, T. Schwarz: Spanische Zarzuelas

2. Liederabend Hubert Wild: Liebeslieder von Beethoven, Schubert, Schumann und Strauss

3. Liederabend Emilio Pons, T. Schwarz: Liebesfreud und Leid

4. Liederabend Falko Hönisch: Schubert und Schumann

5. Liederabend Sebastian Geyer, Bellheim: Winterreise

6. Liederabend Silke Schwarz, Mallwitz: Goethe-Lieder von Schubert, Schumann, Wolf

7. Liederabend Carolyn Frank, T. Schwarz: Frauenliebe und Leben, Broadway-Klassiker

 

Schlossfestspiele 2009

René Roseburg: Luna y Sol

Olivia Vermeulen: I Love And I Must (Lautten Compagney)

Marcus Ullmann: Die schöne Müllerin

_____________________________________________________

Das Sängerensemble ist der größte Schatz der Oper – um die Sänger zu sehen und zu hören, kommt das Publikum, und ohne sie können selbst die Meisterwerke ihre Wirkung nicht entfalten. Gerade in einem kleineren Theater hat man die großartige Chance, junge Sänger zu engagieren, die am Anfang ihrer Karriere stehen. Wenn man sich bei der Auswahl genügend Mühe macht, kann man ein Ensemble von hervorragender Qualität zusammenstellen. Wir engagierten das Ensemble für unsere Eröffnungsproduktion „Don Giovanni“ und kamen damit bestens durch das gesamte Repertoire – nur in Einzelfällen mussten Gäste engagiert werden.
Die jungen Sänger hatten drei erfahrenere Kolleginnen und Kollegen an ihrer Seite, von denen sie viel lernten. So konnte das Publikum die Entwicklung aller Sänger durch die verschiedenen Rollen in den aufeinander folgenden Spielzeiten verfolgen und sich freuen, wenn der eine oder andere später an ein größeres Haus wechseln konnte. Die Auswahl der Stücke für den Spielplan erfolgte in sorgfältiger Erwägung, wie sie für unser Ensemble passen würden – es gab viele, viele Pläne, bevor einer dann endgültig umgesetzt wurde. Ebenso wichtig ist aber auch, dass die Sänger ihre Qualitäten entwickeln und ihre Fähigkeiten entdecken. Liederabende geben ihnen die Gelegenheit, ganz auf sich und ihren Partner am Klavier gestellt, an ihrer Gesangstechnik und ihrem Stilgefühl zu feilen. Hier ist nicht die große Geste der Bühne gefragt, sondern die Feinarbeit. Schon das alleine dort neben dem Flügel Stehen ist etwas, das man lernen und mit dem man vertraut werden
muss. Liederabende für das eigene Ensemble waren also ein zentraler Programmpunkt der Opernsparte. Es begann mit drei Liederabenden in der ersten Spielzeit: Winfrid Mikus, Wilfried Staber und Mareile Lichdi. Das Publikum kannte das nicht und musste erst dafür gewonnen werden. Da die Messlatte gleich sehr hoch angesetzt wurde (Janácˇek, Mussorgsky, Moderne), kam das anspruchsvolle Publikum auf seine Rechnung. Da war etwas zu entdecken, was viele nicht kannten! Das Liedrepertoire ist dem Theaterpublikum leider nicht mehr so geläufig, es ist ein unentdeckter Kontinent, auf dem sich erstaunliche Entdeckungsreisen machen lassen. Dazu kam, dass die Liederabende nicht in irgendwelche Nebenräume abgeschoben wurden, sondern im Parkett des Theatersaals stattfanden. Beim ersten Liederabend kamen 70 Leute. Später waren es bis zu 350, und aus drei Liederabenden wurden bis zu acht. Das Publikum ist treu zu seinen Sängern und zu seinem Theater.
Die Begleitung am Flügel wurde immer als gleichwertige Partnerschaft verstanden. Da unser GMD Cornelius Meister selbst ein großartiger Pianist ist, ließ er es sich nicht nehmen, den einen oder anderen Liederabend selbst zu begleiten. Sebastian Geyers „Winterreise“ mit Cornelius Geyer war ein besonderer Höhepunkt der Liederabende. Aber auch Michael Klubertanz, Joana Mallwitz und vor allem Timothy Schwarz erwiesen sich als sensible Klavierpartner, die die Sänger zugleich bei der Einstudierung als Coach unterstützten. Manche Sänger wählten ganz unbekannte Lieder oder überraschten das Publikum mit der Musik ihrer Heimat. Am Ende war die Reihe der Liederabende ein fester Bestandteil des Opernprogramms.
Bei den Heidelberger Schlossfestspielen hingegen war es nicht das Sängerensemble des Theaters, sondern Gäste. Oft war es ein Wiedersehen mit früheren Ensemblemitgliedern, die in der Zwischenzeit eine internationale Karriere gemacht hatten, wie Ruth Ziesak und Ortrun Wenkel, oder die sonst mit der Stadt verbunden sind wie Eleonore Marguerre. Hinzu kamen besondere Programme, mit denen man die Festspielbesucher überraschen konnte.

• zurück